Produktion

Bisher existieren nur fünf Herstellungsverfahren in der Produktion von nachhaltigem Kerosin in großem Umfang. Luftfahrtindustrie, Kraftstoffproduzenten und Wissenschaft leisten deshalb gemeinsam Pionierarbeit bei der Erforschung von weiteren Verfahren und Prozessen.

Aktuelle Herstellungsverfahren

Die Produktion von Kraftstoffen aus erneuerbaren Ressourcen erfordert jedoch nicht nur Spitzenleistungen bei Forschung und Entwicklung, sondern auch eine gute Infrastruktur. Aktuell gibt es in Deutschland noch keine Raffinerien zur Herstellung von regenerativem Kerosin, dabei wären mehrere Technologien bereits heute umsetzbar – und äußerst sinnvoll. Hier ist dringend die verstärkte Unterstützung der Politik gefragt, um schnellstmöglich die entsprechende Produktionskapazität aufzubauen.

Für die Erzeugung von nachhaltigen Kraftstoffen auf Basis von Estern und Fettsäuren (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids, HEFA) können alle Formen von nativem Fett oder Öl genutzt werden. Neben Altfetten und Abfällen aus der Nahrungsmittelindustrie finden dabei hauptsächlich Pflanzenöle sowie Fettsäuren aus dem Raffinationsprozess von Ölen und Fetten Verwendung.

In einem ersten Schritt werden die Öle und Fette hydriert und anschließend ähnlich wie fossile Kraftstoffe raffiniert. Dieses Herstellungsverfahren ist bereits ausgereift und seit 2011 von der internationalen Standardisierungsbehörde ASTM zugelassen. HEFA-Kerosin wurde bereits in tausenden Test- und Linienflügen eingesetzt.

Zahlreiche Analysen zu Treibhausgasemissionen und anderen Umweltwirkungen von HEFA-Kerosin liegen vor. HEFA kann unter bestimmten Bedingungen die Vorgaben Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU einhalten.

Weltweit existieren heute mehrere Raffinerien, die sich auf die Produktion von zertifizierten Kraftstoffen aus Pflanzenöl – darunter auch Kerosin aus erneuerbaren Ressourcen – spezialisiert haben.