Bestehende internationale Nachhaltigkeitsbestimmungen

Bereits heute gibt es diverse Nachhaltigkeitsbestimmungen, welche die Produktion von Kraftstoffen aus erneuerbaren Ressourcen betreffen. Folgend die wichtigsten Bestimmungen und Initiativen:

Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV)
In dieser Verordnung sind verbindliche Nachhaltigkeitskriterien für Kraftstoffe aus erneuerbaren Ressourcen festgelegt und Vorgaben zum Nachweis der Nachhaltigkeit definiert. Sie besteht seit Ende 2009.

Global Bioenergy Partnership (GBEP)
Die Initiative wurde 2007 unter dem Dach der Welternährungsorganisation (FAO) ins Leben gerufen. Mitte 2011 verständigte sich die GBEP auf 24 relevante und wissenschaftlich abgesicherte Indikatoren zur Abschätzung der nachhaltigen Produktion und Anwendung von Bioenergie.

Guiding Principles for Sustainable Biofuels produced in Canada
2010 hat sich die kanadische Regierung gemeinsam mit der Kraftstoffindustrie auf Nachhaltigkeitskriterien für den Biomasseanbau und die Kraftstoffproduktion aus erneuerbaren Ressourcen geeinigt. Diese umfassen nicht nur ökologische, sondern insbesondere auch soziale Aspekte wie die Menschenrechte.

Regulation of Fuels and Fuels Additives (RFS2) in den USA
Die US-amerikanischen Ausbauziele des Kraftstoffsektors für Flugtreibstoffe aus erneuerbaren Ressourcen sind an verschiedene Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt, die jüngste Aktualisierung erfolgte Anfang 2012. Der Bundesstaat Kalifornien verfügt über einen eigenen Low Carbon Fuels Standard (LCFS).

Notwendigkeit international geltender Nachhaltigkeitsbestimmungen

Diese Regelungen unterstreichen, dass die Produktion von Kraftstoffen aus erneuerbaren Ressourcen zu Recht zunehmend Nachhaltigkeitsbestimmungen unterliegt. Allerdings ergeben sich aus der regional unterschiedlichen Schwerpunktsetzung, Kriterienabdeckung und Nachweisführung hohe Anpassungskosten.

Ein international geltender Rahmen ist notwendig, um die Vergleichbarkeit und damit die Anerkennung der Nachhaltigkeit eines Kraftstoffes aus erneuerbaren Ressourcen für den Luftverkehr weltweit zu ermöglichen. Hierbei sollten ökologische, ökonomische und soziale Aspekte erfasst werden.

Die Empfehlungen der GBEP oder die Nachhaltigkeitskriterienkataloge und Zertifizierungsprozesse des RSB (Roundtable on Sustainable Biofuels) und der ISCC (International Sustainability & Carbon Certifi cation) können als Beispiele herangezogen werden, wie ein international geltender Nachhaltigkeitsstandard aussehen könnte.