Schwedt/Oder, 11. Mai 2026 – Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Ministerpräsident Dietmar Woidke übergeben heute den Fördermittelbescheid für Deutschlands größte Anlage zur Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel) in Schwedt.
Das Projekt „Brandenburg eSAF” wird mit insgesamt 350 Millionen Euro vom Bund (2/3) und Land Brandenburg (1/3) gefördert. Damit errichten die Unternehmen ENERTRAG und ZAFFRA auf dem Gelände der PCK-Raffinerie Deutschlands größte Produktionsanlage für Power-to-Liquid Flugkraftstoffe (PtL-SAF oder eSAF) im industriellen Maßstab. Mit einer jährlichen Produktionsmenge von mindestens 30.000 Tonnen wird „Brandenburg eSAF“ gut ein Viertel des deutschen eSAF-Bedarfs ab 2030 herstellen, den die ReFuelEU Aviation-Verordnung ab 2030 vorschreibt.
Siegfried Knecht, aireg-Vorstandsvorsitzender stellt dazu fest: „Mit der heutigen Übergabe des Förderbescheids setzen die Bundesregierung und das Land Brandenburg für Deutschland ein deutliches Signal. Nachhaltige Flugkraftstoffe in industriellem Maßstab auf Basis von grünem Strom und biogenem CO2 auf Basis der Fischer-Tropsch-Synthese haben einen festen Zeitplan und einen konkreten Standort. Nach 15 Jahren aireg ist dieser Tag Anlass zu großer Freude, denn unsere Mitglieder ZAFFRA und ENERTRAG schaffen am Standort unseres Mitglieds PCK Raffinerie in Schwedt eine Blaupause für die deutsche und europäische eSAF-Industrie, dem weitere aireg Mitglieder (INERATEC, CAPHENIA, Spark e-Fuels etc.) folgen können.
Einen besonderen Dank möchte ich Bundeswirtschaftsministerin Reiche aussprechen: Sie war maßgebliche Unterstützerin im Zuge der Gründung und Teilnehmerin auf Seite der Politik bei der Gründungsveranstaltung von aireg im Jahre 2011 in Berlin. Mit dem heutigen Förderbescheid stellt sie mit Brandenburg die Weichen für den eSAF-Hochlauf in Deutschland.“
Mindestens eine Hausaufgabe für die Politik aber bleibt: Über den Bereich verpflichtender SAF- und eSAF-Mindestanteile hinaus, ist es dringend erforderlich, den regulatorischen Rahmen zu schaffen, der Investitionen anreizt und damit verbundene Risiken abmindert. Staatlicherseits sollten zur Absicherung von Milliardeninvestitionen „Grandfather Rights“ eingeführt werden, um Investitionen durch Bestandsschutzgarantien abzusichern. Einmal genehmigte Anlagen müssen über ihre gesamte kalkulatorische Lebensdauer (mind. 15–20 Jahre) unter den zum Zeitpunkt der finalen Investitionsentscheidung (FID) geltenden regulatorischen Bedingungen betrieben werden können.
Über aireg e.V.:
aireg – Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V. wurde 2011 als Verbund von Unternehmen und Organisationen aus Industrie, Forschung und Wissenschaft gegründet. Alsgemeinnützige Initiative setzt sich aireg für die Verfügbarkeit und Verwendung von Erneuerbaren Energien in der Luftfahrt ein, um die ehrgeizigen CO₂-Minderungsziele der Luftverkehrswirtschaft zu erreichen. Die Mitglieder kommen aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette regenerativer Energien für die Luftfahrt: Dies reicht von der Forschung an Universitäten und Großforschungseinrichtungen, Anlagenherstellern und Anlagenbetreibern, Bioraffinerien, der Mineralölwirtschaft, Antriebs- und Flugzeugherstellern, Regierungsorganisationen, Nichtregierungs-organisationen und Flughäfen bis zu Fluggesellschaften. Die industriellen Mitglieder decken international die Bandbreite vom Start-up bis zu Großkonzernen ab.
aireg e.V.
Maximilian Uhl
Referent für politische Kommunikation
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